Vietnamesisches Leben in Deutschland von der Vertragsarbeit in der DDR über die Nachwendejahre bis heute – transkulturelle Perspektiven für den Ethik-, Politik- und Geographieunterricht

Seit Jahrzenten leben Vietnames*innen in Deutschland und sind ein Teil der Gesellschaft. Oft gelten sie als strebsam, fleißig sowie gut integriert und somit als Vorzeigebeispiel für „gute Migrant*innen“. Dieses stereotype Bild lässt jedoch häufig viele ihrer Erfahrungen, geprägt von immensen Herausforderungen, wie Arbeitslosigkeit, der Angst vor Abschiebung und rassistischen Übergriffen, aber auch von Durchhaltewillen sowie Hoffnung auf ein besseres Leben für sich und die eigene Familie, unbeachtet.

Das Bildungsprojekt „Vietdeutsche Lebenswege“ dokumentiert die Geschichte und Geschichten der vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen und der nachfolgenden Generation. Entstanden sind u.a. ein Kurzfilm, Audiobeiträge sowie Biografien, die diese Geschichten nachvollziehen lassen. Ergänzt wird das umfassende Material durch eine Ausstellung. Das auf diese Materialien aufbauende Unterrichtsmaterial gibt Lehrkräften und Dozent*innen Anregungen für das Aufgreifen des Themas Migration mit vielen seiner Facetten im schulischen und außerschulischen Bereich.

Im Ergebnis der Projektaktivitäten entstand eine Innenansicht der vietdeutschen Community Mecklenburg-Vorpommerns. In dieser Ansicht sind die Erfahrungen dieser Community mit Migration und Postmigration von den 1980er Jahren bis 2023 festgehalten. Dies ermöglicht der breiten Öffentlichkeit einen Einblick in diesen bisher wenig sichtbaren Teil der vielfältigen Gesellschaft Deutschlands.

Text & Unterrichtsmaterial: Vietdeutsche Lebenswege (2026)

Bild: Vietdeutsche Lebenswege (2026)