Arbeit in Geographie- und Philosophie/Ethik mit den ChatBots des Literaturwissenschaftlers Martin Puchner von der Harvard-Universität
Martin Puchner, in Erlangen geborenener Literaturwissenschaftler ist Byron- und Anita-Wien-Professor an der Harvard University. Er ist ein vielfach preisgekrönter Autor, Pädagoge, Redner zu Themen der bildendne und darstellenden Kunst (v.a. Theater) und der Geisteswissenschaften. Seine Schriften reichen von Philosophie und Theater bis hin zu Kultur und Technologie und wurden in viele Sprachen übersetzt.
Puchner bietet über seine Website von ihm erstellte angepasste GPTs an für die ChatGPD-Software, mit denen man mit historischen Persönlichkeiten kommunizieren kann. Diese GPTs hat Puchner auf der Grundlage seiner Forschung zum dialogischen Denken in The Drama of Ideas und The Written World entwickelt.
Ideen für den unterrichtlichen Einsatz der GPTs
Im Philosophie- und Ethikunterricht können Schüler*innen und Schüler sich entweder in einem ersten Zugang mit philosophischen Denker*innen wie Margaret Cavendish (1623–1673), George Eliott (1819-1880), Martin Heidegger (1889-1976), Aristoteles (384-322 v. Chr.) oder Henry David Thoreau (1817-1862) unterhalten über eigene und deren philosophische Ideen. Grundlage sind neben Kommunikationsformen, die dem GPT grundgelegt sind, wie dem Eingehen auf Fragen etc., die Inhalte der Bücher, Briefe etc. der jeweiligen Autor*innen. So werden innerhalb der Antworten und Nachfragen, immer wieder wortgenaue Passagen aus den Veröffentlichungen zitiert und es wird ein Annähern an Begriffe und Argumentationen ermöglicht.

Im Geographie-, auch im Politik und Wirtschaftsunterricht können grundlegende Konzepte der jeweiligen Fächer reflektiert werden, also Konzepte wie Raum, Staat, Nation, Nutzen, Zweck etc. Es können aber auch utopische oder dystopische Zukunftsszenarien bedacht werden. Auf diese Weise kann ein intensives Nachdenken über das, was ist und sein oder eben auch nicht sein sollte angeregt werden – ganz allgemein oder vor dem Hintergrund der jeweiligen Gedankenwelt der Autor*in.


Text: Stefan Applis (2025)
Bild: Martin Puchner (2025)