Das Deutsche Schulbarometer ist eine repräsentative Umfrage an allgemein- und berufsbildenden Schulen in Deutschland der Robert-Bosch-Stiftung

Mit dem Deutschen Schulbarometer versucht die Robert-Bosch-Stifung in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen (Prof. Julian Schmitz, wissenschaftliche Projektleitung; Anna-Lina Rauschenbach, Arbeitsgruppe Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, Universität Leipzig; Prof. Henrik Saalbach und Dr. Franziska Greiner-Döchert, Arbeitsgruppe für Pädagogische Psychologie mit dem Schwerpunkt Lehren, Lernen und Entwicklung, Universität Leipzig; Prof. Eva Baumann, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) frühzeitig Entwicklungen zu beschreiben, „indem Beobachtungen und Einschätzungen von Personen erfasst und untersucht werden, die Schulen täglich mitgestalten und erleben. Aktuelle Herausforderungen und Bedarfe können so erkannt und daraus Empfehlungen für Entscheidungsträger: innen im Bildungssystem abgeleitet werden. Das Deutsche Schulbarometer wurde in 2024 umfassend weiterentwickelt und besteht aus drei Befragungsinstrumenten.“ (Deutsches Schulbarometer 2025)

Mit dem „Deutschen Schulbarometer Lehrkräfte“ werden Ausschnitte aus aktuellen Situation an Schulen aus der Sicht von Lehrkräften erhoben, mit dem „Deutschen Schulbarometer Schüler:innen“ werden Kinder, Jugendliche und ihre Erziehungsberechtigte zum psychischen und schulischen Wohlbefinden von Schüler:innen sowie zu psychosozialen Versorgungsstrukturen inner- und außerhalb von Schulen befragt. Diese Befragungen werden, beginnend mit dem Jahr 2024 jährlich innerhalb einer Längsschnittstudie erhoben. Zudem werden dies genannten Erhebungen durch das „Deutsche Schulbarometer Fokus“ ergänzt, mit dem aktuelle Schwerpunktthemen vertiefend untersucht werden.

Kriege, Leistungsdruck und Klimakrise belasten Schülerinnen und Schüler

Die Ergebnisse sind alarmierend: Die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen sind immer noch deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Ein Viertel der Jugendlichen schätzt die eigene Lebensqualität als gering ein. Zwei Drittel bewerten sie als mittel und nur sechs Prozent als hoch. Ungefähr ein Fünftel der Schüler:innen bezeichnet sich selbst als psychisch belastet. Ebenso viele klagen über ein geringes schulisches Wohlbefinden, bei Kindern aus Familien mit niedrigem Einkommen sogar knapp jedes Dritte. Die Kriege in der Welt, der Leistungsdruck in der Schule, die globale Klimakrise und die Ängste vor der eigenen Zukunft bereiten ihnen die meisten Sorgen. (Deutsches Schulbarometer 2024)

Kritik an der Unterrichtsqualität: Schüler:innen bekommen zu wenig Rückmeldungen und Unterstützung durch Lehrkräfte

Die Ergebnisse zeigen, dass das schulische Wohlbefinden der Schüler:innen vor allem davon abhängt, wie sehr sie von ihren Lehrkräften unterstützt werden. Schüler:innen, die sich von ihren Lehrkräften emotional und intellektuell unterstützt und beim Lernen begleitet fühlen, sind insgesamt zufriedener mit der Schule. Die Schüler:innen sagen ganz deutlich, dass sie sich mehr Führung in der Klasse und bessere Qualität des Unterrichts wünschen. Dennoch hat mehr als ein Drittel der Schüler:innen nie oder seltener als einmal im Monat eine Klassenleitungsstunde, in der sie mit der Lehrkraft über Probleme und andere Klassenthemen sprechen können. Dabei zeigt die Studie, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen in der Schule und dieser Gesprächsmöglichkeit. (Deutsches Schulbarometer 2024)

Ein Teil der Eltern erhält keine Hilfe bei psychischen Problemen ihrer Kinder

Die Studie beleuchtet auch, wie die Eltern mit dem Thema psychische Gesundheit umgehen und welche Hilfsangebote sie für ihr Kind nutzen. Dabei kam heraus, dass bis zu einem Drittel der Eltern die Hilfsangebote an der Schule ihrer Kinder nicht kennen. Wenn sie innerhalb der Schule nach Hilfe suchen, wenden sie sich in den meisten Fällen zuerst an die Klassenlehrkraft. Ein Viertel der Eltern, die sich an die Schule gewandt haben, hat dort aber keine Hilfe bekommen. Alarmierend ist, dass Kinder und Jugendliche im Durchschnitt fünf Monate warten, bis sie mit einer Therapie anfangen können. (Deutsches Schulbarometer 2024)

Handlungsempfehlungen: Was folgt aus den Ergebnissen?

Das Deutsche Schulbarometer Schüler:innen wurde von der Robert Bosch Stiftung in Zusammenarbeit mit Julian Schmitz von der Universität Leipzig und einem Forschungsteam aus verschiedenen Fachbereichen erstellt. Die Expert:innen leiten aus den Ergebnissen Handlungsempfehlungen ab, bei denen drei Punkte im Fokus stehen:

  • Schulisches Wohlbefinden steigern: Konstruktives Feedback im Unterricht implementieren
  • Schule im Sozialraum denken: Versorgungsstrukturen inner- und außerhalb der Schule ausbauen
  • Positives Klassenklima aufbauen: Beziehungsqualität und Gesprächsklima stärken

Schulen sollten sich mehr auf das Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen konzentrieren, so die Expert:innen. Sie empfehlen, Schüler:innen in alle Entscheidungen des schulischen Zusammenlebens gleichberechtigt einzubeziehen, um einen positiven Kipppunkt – hin zu einer demokratischen Schule – in Gang zu setzen.