Zeitschrift für die Praxis der politischen Bildung 3/4-2022 – Die Bedeutung religiöser Akteure in Politik und Gesellschaft
Das Themenfeld Religion und Politik ist komplex, aber lohnend. Religion ist auf allen politischen Ebenen relevant – vom individuellen Wahlverhalten bis hin zur Rolle religiöser Akteure im internationalen System. Dabei ist die Akteurslandschaft vielfältig: Neben institutionellen Religionsgemeinschaften agieren zahlreiche zugehörige Organisationen sowie religiös motivierte Akteure ohne institutionelle Anbindung. Pauschale Begriffe wie „die Kirche“ oder „die muslimischen Verbände“ greifen daher oft zu kurz.
Eine hilfreiche Strukturierungsmöglichkeit bietet die Unterscheidung der drei Dimensionen des Politischen – politics (Prozesse), policies (Inhalte) und polities (Strukturen) – ergänzt um den kulturellen und normativen Rahmen, in dem sich das Verhältnis von Religion und Politik entfaltet. Im Bereich der politics steht dabei die Rolle religiöser Akteure in politischen Prozessen im Vordergrund: Welche Interessen vertreten sie, wie begründen und kommunizieren sie ihre Positionen, und wie versuchen sie, Einfluss zu nehmen?
Die Ausgabe „Religion und Öffentlichkeit“ von „Politik & Unterricht“ lädt dazu ein, Religion sowohl im persönlichen Alltag als auch in ihren gesellschaftlichen und politischen Dimensionen zu erkunden. Im Mittelpunkt stehen dabei der gesellschaftliche Beitrag von Religionsgemeinschaften sowie ihr Auftreten als politische Akteure. Anhand evangelikaler Bewegungen in den USA und des Salafismus in Deutschland werden zudem Erscheinungsformen religiösen Fundamentalismus beleuchtet. Abgerundet wird das Heft durch eine Auseinandersetzung mit der Rolle von Religion in internationalen Konflikten – exemplarisch verdeutlicht am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Text: Stefan Applis (2026) unter engem Bezug auf Zeitschrift für die Praxis der politischen Bildung 3/4-2022
Bild: Freepik (2026)