Der Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung ist das Ergebnis der gemeinsamen Initiative der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Orientierungsrahmen gibt Impulse, um Bildung für nachhaltige Entwicklung in Schule und im Unterricht zu verankern.

Bildungsziel, Leitideen, Kompetenzen und Themenbereiche

Das übergeordnete Bildungsziel im Lernbereich Globale Entwicklung besteht darin, grundlegende Kompetenzen für eine zukunftsfähige Gestaltung des privaten und beruflichen Lebens, für die Mitwirkung in der Gesellschaft und die Mitverantwortung im globalen Rahmen zu erwerben. Der Orientierungsrahmen benennt elf Kernkompetenzen in den Bereichen Erkennen – Bewerten – Handeln, auf die sich die für den Lernbereich relevanten (Teil)Kompetenzen der Fächer beziehen. Kompetenzen werden im Lernprozess an Inhalten erworben, die als ein prinzipiell offener Katalog von 21 für den Lernbereich Globale Entwicklung relevanten Themenbereichen benannt werden.

Zum Download des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung

Der didaktische Ansatz zur Erreichung dieser Ziele ist durch fünf Leitideen geprägt

  • Orientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
  • Analyse von Entwicklungsprozessen auf unterschiedlichen Handlungsebenen
  • Umgang mit Vielfalt
  • Fähigkeit zum Perspektivenwechsel
  • Kontext- bzw. Lebensweltorientierung

Lerngegenstand und Grundannahmen

Ein Lernbereich, der Globalisierung zum Thema hat, lokale mit globalen Prozessen verbindet und sich auf alle schulischen Fachbereiche erstreckt, wird von Begriffen und Grundannahmen, wie dem Verständnis von nachhaltiger Entwicklung, durchzogen, die nicht in jedem Zusammenhang eingehend dargestellt werden können. Ihnen sind sieben Textboxen gewidmet, die in ihren Grundaussagen Gültigkeit für den gesamten Orientierungsrahmen haben:

  1. Globaler Wandel – Herausforderung an unsere Lernfähigkeit
  2. Buen Vivir und nachhaltige Entwicklung
  3. Nationale Gremien und Beschlüsse zur BNE
  4. Eurozentrismus
  5. Global Governance und das Souveränitätsparadox
  6. Sustainable Development Goals (SDGs)
  7. Inklusion

Nachhaltige Entwicklung wird dabei nicht mit Wachstum gleichgesetzt, sondern als zukunftsfähige Entwicklung von Lebensqualität für alle verstanden – unter Berücksichtigung ökologischer Rahmenbedingungen.

Am 24. und 25. November 2020 fand die 11. Fachtagung zum Orientierungsrahmen Globale Entwicklung statt. Erstmals wurde die Fachtagung vollständig virtuell durchgeführt.

Dokumentation der Fachtagung

An der 11. Orientierungsrahmen-Fachtagung im November 2020 nahmen rund 200 Fachleute aus Ministerien, Wissenschaft, Lehrkräftebildung, Schulen und Zivilgesellschaft sowie Schüler*innen teil. In Fachvorträgen, Diskussionen, Workshops und „Open Spaces“, in denen die Teilnehmer*innen selbst die Themen setzten und moderierten, wurde der Umsetzungsprozess des Orientierungsrahmens facettenreich vorgestellt und diskutiert. Die beiden Tagungsschwerpunkte lagen auf dem Umgang mit Komplexität und Unsicherheit sowie auf der Erweiterung des Orientierungsrahmens auf die gymnasiale Oberstufe.

Nachfolgend findet sich der Vortrag von Frau Prof. Dr. Anette Scheunpflug von der Universität Bamberg über eine der größten Herausforderungen im Lernbereich für Schüler*innen und Lehrer*innen – den Umgang mit faktischer und ethischer Komplexität; Frau Scheunpflug berichtet über die Ergebnisse eines Forschungsprojektes zum Thema.

Text: Stefan Applis (2021)

Bilder: Orientierungsrahmen Globale Entwicklung KMK/BMZ