Auswirkungen am Beispiel der DR Kongo

Commodity TopNews berichtet über die Auswirkungen von Covid 19 auf die Arbeitskräfte in den Bergbauregionen der DR Kongo. Generell hat die Pandemie vielfältige wirtschaftliche Folgen auf bestehende Rohstofflieferketten, Preisschwankungen sowie Produktionsstopps und Arbeitsbedingungen in den Ländern des globalen Süden. Insgesamt wird die Anzahl der im Bergbau Beschäftigten auf weltweit gut 40 Millionen Menschen geschätzt. Dies repräsentiert einen Anteil von mehr als 80 % aller im Bergbausektor

Beschäftigten. In der D.R. Kongo liegt ein hoch diversifizierten Bergbausektor vor, der für das Land von herausragender Bedeutung ist. Der Sektor trug im Jahr 2018 rund 32 % zum nationalen BIP bei, 95 % der Exporterlöse resultieren aus Rohstoffexporten. Im Land wird eine Vielzahl an Rohstoffen gefördert

Auf Grund des informellen Charakters des Kleinbergbaus, der hochgradig unsicheren Arbeitsbedingungen sowie Risiken der Kinderarbeit steht der artisanale Kobaltsektor seit 2016 verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit. Eine Untersuchung der BGR und deren lokaler Partner in Zivilgesellschaft und Regierung wies zudem auf weiterreichende Risiken bezüglich der Sorgfaltspflicht hin. Diese betreffen intransparente Lieferketten mit unklarer Rohstoffherkunft, die Präsenz und Einflussnahme von Armeeangehörigen sowie nicht autorisierten Behördenvertretern in den artisanalen Abbauzonen, und damit implizit einhergehende Korruptionsrisiken.

(Barume, Vetter, Schütte 2020, S. 2)
Sortierung von Erz im artisanalen Kleinbergbau auf einer Kobaltmine in der DR Kongo
© BGR
Lage der Hauptabbaugebiete wichtiger Rohstoffe in der DR Kongo. ©BGR

Wesentliche Abnahmezentren für illegales Gold aus dem Kleinbergbau der DR Kongo liegen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien. Der Schmuggel erfolgt in Passagierflügen aus der DR Kongo oder über die östlichen Anrainerstaaten. Der artisanale Goldsektor ist auf Grund der Schwächen der Bergaufsicht und durch ein erdrückendes Steuersystem anfällig für kriminelle Vereinigungen und bewaffnete Gruppen, welche sich zum Teil über die illegale Besteuerung des Abbaus und Handels von Gold finanzieren. Neben Konfliktrisiken spielen im Kleinbergbau auf Gold auch Nachhaltigkeitsrisiken eine große Rolle. Unsichere Arbeitsbedingungen sowie intransparente und die Kleinbergleute oft benachteiligende Preisbildung existieren weitläufig.

(Barume, Vetter, Schütte 2020, S. 3)

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Commodity TopNews berichtet über die Auswirkungen von Covid 19 auf die Arbeitskräfte in den Bergbauregionen der DR Kongo. Ausgabe 64(2020)
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Text: Stefan Applis (2020)

Bild & Karte: Commodity TopNews. Fakten, Analysen, Wirtschaftliche Hintergrundinformationen. Ausgabe 64(2020)